Sibirien – größer als die USA

Das Gebiet Sibirien in Russland bildet den größten Teil Nordasiens und umfasst mit etwa 10 Mio. km² rund die Hälfte des russischen Territoriums. Damit ist es größer als die USA.

Es erstreckt sich über 7 000 km vom Ural im Westen bis zu den Gebirgen der pazifischen Wasserscheide im Osten und über 3500 km von der Küste des Nordpolarmeers im Norden bis an die Grenzen zur Mongolei und zu China im Süden.

Sibirien als Landschaft der Extreme

Sibirien lässt sich in sieben Teilregionen unterscheiden, die landschaftlich höchst unterschiedlich sind. Dazu zählt das Nordsibirische Tiefland ebenso wie die bis 3147m über dem Meeresspiegel aufragenden Gebirgsländer Ostsibiriens. Auch das Klima wird von Gegensätzen bestimmt: Die mittlere Jahrestemperatur liegt nahezu in ganz Sibirien unter 0 ºC, im Nordosten sogar bei -18 ºC, wobei sich die Temperaturmittel der wärmsten und kältesten Monate um 35 – 68 °C unterscheiden. In ganz Ostsibirien sowie in Westsibirien nördlich des 62. Breitengrades sind auf ca. 6 Mio. km² Dauerfrostböden verbreitet. Dort werden Temperaturen von bis zu – 70 °C erreicht.

Die Einsamkeit von 2,7 Menschen auf einem Quadratkilometer

Sibirien ist mit rund 24,3 Millionen Einwohnern nur sehr schwach besiedelt, die Bevölkerungsdichte liegt im Schnitt bei nur 2,7 Menschen pro km². Zudem leben rund 90% der Bevölkerung auf nur ca. 10% des Territoriums, hauptsächlich entlang der Transsibirischen Eisenbahn und ihrer Zweigstrecken. Den Großteil der Bevölkerung Sibiriens stellen die erst in den letzten Jahrhunderten zugewanderten Russen. Zwei Drittel wohnen in Städten, deren größte Nowosibirsk, Omsk, Krasnojarsk, Irkutsk am Baikalsee, Barnaul und Nowokusnezk sind.

Endstation Sibirien

Schon zu Zarenzeiten dienten die abgelegenen und unwirtlichen Gebiete Sibiriens zur Verbannung von politischen Gegnern und Straftätern. Das unter der Herrschaft Stalins aufgebaute System von Gefängnissen und Straflagern (Archipel GULAG) setzte diese Tradition auf grausame Weise fort. Erst mit dem Zerfall der Sowjetunion hörten die Deportationen in diese Gebiete auf. Doch auch heute nutzt die russische Politik die Arbeitslager in der sibirischen Einöde wie sich am Fall Chodorkowski sehen lässt.

Goldgrube Moskaus

Die ungünstigen natürlichen Verhältnisse lassen nur im Süden Sibiriens in größerem Umfang Ackerbau und Viehzucht zu. Ab den 1920er Jahren ließ jedoch die russische Führung in MoskauSibirien intensiv erschließen. Hauptwirtschaftszweig ist heute die Förderung der in großem Umfang vorhandenen fossilen Brennstoffe (vor allem Erdöl und -gas in Westsibirien) und ihre Verarbeitung.

Heute sind die fossilen Ressourcen Sibiriens das wichtigste Standbein der russischen Wirtschaft: Russland ist weltweit zweitgrößter Exporteur von Rohöl sowie weltweit größter Exporteur von Erdgas. Zudem bildet der Anteil des Rohstoffsektors an der gesamtwirtschaftlichen Produktion Russland rund ein Viertel.

(Aktualisiert 9.3.2007, dh)

Kategorie: Allgemein, Aktualisiert am 16. Oktober 2009 von Redaktion | Anmelden